Detailaufnahme der neuen Uniform der Bayerischen Polizei
© Marcel Mayer

Neue Uniform der Bayerischen Polizei

Rund 40.000 Polizistinnen und Polizisten sind täglich für die Menschen in Bayern im Einsatz, 27.500 davon tragen Uniform. Die bisherige Dienstkleidung der Polizei gibt es seit über 40 Jahren. Da ist es an der Zeit, eine neue Uniform einzuführen, die sich an modernen Standards in Qualität und Funktion orientiert.

Umstellung auf blaue Uniform abgeschlossen

Seit 1. August 2018 ist die Auslieferung der neuen blauen Standarduniformen bei der Bayerischen Polizei und der Justiz offiziell abgeschlossen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback sind mit der Umstellung sehr zufrieden. "Insgesamt haben wir rund 27.500 Polizistinnen und Polizisten sowie etwa 5.600 Justizbeamtinnen und -beamte ausgestattet. Das hat sich gelohnt: Die neuen Uniformen zeichnen sich durch deutlich mehr Funktionalität, eine bessere Passform und einen sehr guten Tragekomfort aus", betonten die beiden Minister heute in München zum Abschluss des Kooperationsprojekts. Die Umstellung kostet für den Polizeibereich insgesamt rund 33 Millionen Euro, für den Justizbereich rund 7,1 Millionen Euro.

Einheitliches Ausstattungspaket

Der Freistaat hat die neuen Polizeiuniformen zusammen mit denen für die uniformierten Justizbeamtinnen und –beamten in Bayern europaweit ausgeschrieben. Die Auslieferung übernimmt das Logistik Zentrum Niedersachsen. Alle Beamtinnen und Beamten der bayerischen Schutzpolizei erhalten ein einheitliches Ausstattungspaket im Wert von etwa 950 Euro. Es enthält passende Kleidungsstücke von der Regenjacke bis zu den Funktionsshirts. "Unsere Polizistinnen und Polizisten beteiligen sich mittelbar an den Kosten", erläuterte Herrmann. Ihnen werde nach ihrer Neuausstattung für dreieinhalb Jahre nur die Hälfte des sonst vorgesehenen Dienstkleidungszuschusses (voller Jahresbetrag 270 Euro) ausgezahlt.

Umfassender Trageversuch

Zur Auswahl der neuen Polizeiuniform hat Herrmann vor rund drei Jahren eine Projektgruppe unter der Leitung des Polizeivizepräsidenten Anton Scherl vom Polizeipräsidium Niederbayern mit erfahrenen Polizisten, Bekleidungsexperten, Arbeitsmedizinern, Fachkräften für Arbeitssicherheit, Ausschreibungsexperten und Logistikfachleuten eingerichtet. "Für uns war vor allem die Meinung derer sehr wichtig, die die neue Uniform künftig tragen", erklärte der Minister. Deshalb konnten sich in einem ersten Schritt mehr als 500 repräsentativ ausgewählte Polizisten mit bestehenden Uniformkollektionen anderer Bundesländer sowie der Nachbarstaaten Italien, Schweiz und Österreich auseinandersetzen. Als Basis für die neue Polizeiuniform hat nach Herrmanns Worten letztlich das österreichische Modell überzeugt. Es wurde von weiteren 500 Polizistinnen und Polizisten in einem Trageversuch acht Monate lang in der Praxis auf 'Herz und Nieren' geprüft und auf Grundlage der Ergebnisse an den bayerischen Bedarf angepasst.

Breite Mehrheit für blau

"Außerdem haben wir auch die Gelegenheit genutzt, uns über die Farbgebung der neuen Uniform Gedanken zu machen", ergänzte Herrmann. Alle rund 27.500 uniformierten Polizistinnen und Polizisten in Bayern konnten Anfang 2015 in einer Mitarbeiterbefragung ihre Stimme dazu abgeben, ob die bisherige Uniformfarbe beibehalten oder lieber 'dunkelblau' eingeführt werden soll. Herrmann: "Mit fast 69 Prozent sprachen sich mehr als zwei Drittel der abstimmenden Kolleginnen und Kollegen eindeutig für blaue Uniformen aus."

Die grüne Polizeiuniform wurde vom Modeschöpfer Heinz Oestergaard entwickelt und ab 1972 bei allen deutschen Landespolizeien und dem Bundesgrenzschutz eingeführt. Sie wurde in den letzten Jahrzehnten immer wieder in Teilbereichen weiterentwickelt. Gerade im Vergleich zu den aktuellen Modellen anderer Bundesländer konnte sie laut Herrmann aber bei weitem nicht mehr mithalten.