Symbolbild: Kugeln werden verbunden durch Linien
© ag visuell - Fotolia.com

Schutz vor Cybergefahren

Cybersicherheit ist ein zentrales Tätigkeitsfeld moderner Gefahrenabwehr. Entlang ihres verfassungsmäßigen Auftrags tragen die Länder besondere Verantwortung für deren Gewährleistung. Bayern zeichnet sich von jeher durch ein hohes Maß an innerer Sicherheit aus. Das Internet darf dabei kein rechtsfreier Raum sein. Auch im Cyberraum hat der Staat eine Schutzpflicht gegenüber den Menschen. Diesem Leitbild folgend hat Innenminister Joachim Herrmann deshalb bereits 2013 eine umfassende Strategie für Cybersicherheit in Bayern auf den Weg gebracht und in der Regierungserklärung „Bayern digital - Sicherheit im Internet“ vorgestellt. Sie definiert fünf Handlungsfelder:

  1. Schutz der Bürgerinnen und Bürger durch Beratung und Sensibilisierung
  2. Schutz der staatlichen Handlungsfähigkeit, Stärkung der Sicherheitsbehörden
  3. Schutz der Wirtschaft durch das „Cyber-Allianz-Zentrum Bayern“
  4. Vernetzung der Akteure
  5. Koordination im Innenministerium

Mit Blick auf die sich dynamisch entwickelnde Bedrohungslage im Cyberraum wird die Bayerische Cybersicherheitsstrategie ständig weiterentwickelt.  Neben umfangreichen Präventionsangeboten (Beratung/Sensibilisierung) durch bestehende Organisationseinheiten, erfolgt die Umsetzung der aus der Cybersicherheitsstrategie abgeleiteten Maßnahmen regelmäßig durch strukturelle Ergänzungen der jeweiligen Aufbauorganisation. Zur Stärkung der Resilienz gegen Cyberangriffe hat Bayern in den vergangenen Jahren eine am Bedarf orientierte, schlagkräftige Cybersicherheitsarchitektur aufgebaut.

Cybersicherheit durch Koordination und Vernetzung

Logo der Initiative Cybersicherheit Bayern
© Bayerisches Innenministerium

Um einen besseren Schutz vor Cyberbedrohungen zu erreichen, sollen alle Schutzpotenziale – ob im Bereich der Prävention, bei staatlichen und kommunalen Stellen oder in der Wirtschaft – mobilisiert, koordiniert und miteinander vernetzt werden. Um alle Akteure auf die Bewältigung dieser Herausforderung auszurichten und miteinander zu vernetzen, hat das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr ein eigenes Sachgebiet „Cybersicherheit“ geschaffen. Seine Aufgabe ist es, alle strategischen Belange der Cybersicherheit im Ministerium, mit den Ressorts der Staatsregierung, sowie mit den Partnern in Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft zu koordinieren und die Entwicklung von Lösungsansätzen und -strategien voranzutreiben.

Um diesen Gedanken der Vernetzung mit Leben zu erfüllen, wurde der „Ressortkreis Strategie für Cybersicherheit“ initiiert, der seit November 2013 regelmäßig im Innenministerium zusammen kommt. Bereits im Rahmen dieser Auftaktveranstaltung haben alle Beteiligten Impulse für eine innovative, vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit gesetzt. Der Ressortkreis wird nicht zuletzt dazu beitragen, das von Wirtschaft und Politik zu Recht eingeforderte Lagebild zur Cybersicherheit zu ermöglichen und somit einen dauerhaften übergreifenden Wissenstransfer der einzelnen Ressorts zu etablieren.

Schon lange ist bekannt, dass Kriminelle die technischen Möglichkeiten, die das Internet bietet dafür zu nutzen, Unternehmen und Privatpersonen gezielt zu schädigen – sei es durch Ransomwareangriffe (Verschlüsselungstrojaner), das Einbinden privater Rechner in sogenannte Bot-Netze oder das betrügerische „Abgreifen“ persönlicher Daten. Zudem hat die Debatte um das mögliche Ausspähen privater Daten durch ausländische Nachrichtendienste vor Augen geführt, dass auch Bürgerinnen und Bürger von Datenspionage betroffen sein können. Der Staat ist daher nicht nur gefragt, wenn es um den Schutz seiner eigenen IT-Systeme geht. Auch gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern steht der Staat als Garant für Sicherheit im Cyberraum in der Verantwortung. Denn in Bayern leben, heißt sicher leben!

Cybersicherheit durch Sensibilisierung und Information

Titelseite der Broschüre
© Bayerisches Innenministerium

Die Broschüre „Bayern im Netz - aber sicher!" informiert über Risiken und Gefahren aus dem Cyberraum. Sie beschreibt die Gefährdungslage durch Cyberangriffe und Cyberkriminalität und stellt verbreitete Angriffsmethoden der Cyberkriminellen vor. Zudem werden die Schutzmaßnahmen des Freistaates Bayern, insbesondere zur Bekämpfung der Cyberkriminalität und zum Schutz der Wirtschaft vor Cyberspionage und -sabotage erläutert und Ansprechpartner für staatliche Hilfen benannt. Abgerundet wird das Informationsangebot mit praktischen Sicherheitstipps für Privatanwender und Hinweisen, wie die Informationssicherheit in Unternehmen verbessert werden kann.

Logo Bericht zur Cybersicherheit in Bayern
© Bayerisches Staatsministerium des Innern

Cybersicherheit ist unstreitig einer der Schlüsselfaktoren der digitalen Transformation und eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Vor allem Cyberkriminalität ist schon längst keine abstrakte Gefahr mehr, sondern zur alltäglichen Bedrohung von Staat, Kommunen und Wirtschaft, aber auch der Bürgerinnen und Bürger geworden. Wie der Bericht zur Cybersicherheit in Bayern  aufzeigt, bleiben wir mit einer steigenden Bedrohungslage konfrontiert. Wir dürfen uns deshalb nicht auf dem bereits Erreichten ausruhen, sondern sind gemeinsam gefordert, die Resilienz unserer Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung gegen Cyberangriffe zu verbessern, um ein höchstmögliches Schutzniveau in der Cybersicherheit zu erreichen.

Der Bericht zeichnet ein allgemeines Lagebild zur Cybersicherheit in Bayern, beschreibt die vordringlichen Phänomene im Berichtszeitraum und informiert zu den daraus resultierenden Maßnahmen der mit Cybersicherheit befassten Stellen in den Geschäftsbereichen von StMI und StMFH. Er schließt mit einer Prognose zur weiteren Entwicklung der Bedrohungslage sowie einem Ausblick zur Lageentwicklung im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine.