Pinsel und Puder zur Sicherung von Fingerabdruckspuren.
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Kriminalitätsbekämpfung

Die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist ein wichtiger Indikator für die Innere Sicherheit in einem Bundesland und wird in Bayern jährlich vom Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration für das vergangene Kalenderjahr veröffentlicht. Gleichzeitig dient sie als Kompass für das weitere polizeiliche Handeln.

Die Kriminalitätslage in Bayern ist im Ländervergleich trotz eines leichten Anstiegs der Deliktszahlen weiterhin ausgezeichnet. 2018 stieg die Anzahl der registrierten Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße in Bayern leicht um 1,3 Prozent auf 594.116 Fälle (2017: 586.206) an. Die Kriminalitätsbelastung, also die Zahl der Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße je 100.000 Einwohner, lag infolge der gestiegenen Fallzahlen bei 4.571 und damit 0,8 % über dem Vorjahreswert von 4.533. Das ist die zweitniedrigste Kriminalitätsbelastung seit dem Jahr 1988 – also seit 30 Jahren (1988: 4.529).

Die Aufklärungsquote (ohne ausländerrechtliche Verstöße) verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr noch weiter auf 64,5 Prozent. Somit werden weiterhin fast zwei Drittel aller Straftaten in Bayern aufgeklärt.

Im Jahr 2017 wurde ein erheblicher Rückgang der ausländerrechtlichen Verstöße etwa auf das Niveau vor dem Flüchtlingszustrom verzeichnet. Im Jahr 2018 ist bei den Straftaten insgesamt nunmehr im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Anstieg um 5.908 Fälle bzw. 0,9% auf 635.420 Fälle festzustellen. So entfielen insgesamt 6,5 Prozent der Verstöße auf das Ausländerrecht (gem. AufenthG, AsylG, FreizügG/EU).

Besonders erfreulich sind die erneut rückläufigen Zahlen beim Wohnungseinbruchsdiebstahl. Die intensiven Bemühungen der Bayerischen Polizei zur Bekämpfung dieses Phänomenbereichs haben sich erneut ausgezahlt. Nachdem sich in den Jahren 2015 und 2016 nach jahrelangem Anstieg der Fallzahlen eine moderate Entspannung abgezeichnet hatte, konnte für das Jahr 2017 eine deutliche Entspannung erzielt werden, die sich auch im Jahr 2018 fortsetzte. So ging die Zahl der Wohnungseinbrüche um weitere 13 Prozent bzw. 806 auf 5.239 Fälle zurück. Das ist der niedrigste Wert seit sieben Jahren. Dabei blieb fast die Hälfte der Delikte (48,7 Prozent) im Versuch stecken. Dies zeigt auch, dass die polizeilichen Anstrengungen im Bereich Prävention greifen.

Das Risiko, in Bayern Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden, konnte nochmals deutlich reduziert werden. So lag die Häufigkeitszahl für 2018 bei nur noch 40 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner (2017: 47). Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote weiter nahezu konstant gehalten werden. Sie liegt bei 20,6 Prozent (2017: 21,2 Prozent).

Unsere hoch motivierte sowie bestens ausgebildete und ausgerüstete Polizei gewährleistet Schutz und Sicherheit rund um die Uhr und reagiert umgehend auf neue Kriminalitätsphänomene. Hierzu zählen ganz aktuell

  • die Bekämpfung des internationalen, insbesondere islamistischen Terrorismus,
  • die Bekämpfung der Wohnungseinbruchkriminalität, die weiterhin ein zentrales Handlungsfeld polizeilicher Arbeit bildet und erheblichen Einfluss auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung hat,
  • die Kriminalität im Kontext der Zuwanderung, insbesondere auch die Sicherheit in und um Asylbewerberunterkünfte / Erstaufnahmeeinrichtungen
  • die dynamische Entwicklung im Bereich der Cyberkriminalität, bei der die Täter bewusst die Anonymität des Internets ausnutzen,
  • die Kriminalität durch international agierende organisierte Tätergruppen in allen Ausprägungen,
  • die hochgefährliche Droge „Crystal-Meth“ sowie der Trend zu sogenannten "Neuen psychoaktiven Stoffen" innerhalb der Rauschgiftszene. 

Diesen und allen anderen Erscheinungsformen der Kriminalität begegnet die Bayerische Polizei konsequent unter Einsatz aller zur Verfügung stehenden personellen, materiellen und rechtlichen Mittel. Sie setzt dabei auf eine umfassende Zusammenarbeit mit anderen Behörden und Institutionen und kann auf ein hervorragendes - auch internationales - Netzwerk der Kommunikation, Kooperation und Koordination zurückgreifen.

Durch breitenwirksame Präventionsmaßnahmen setzt die Polizei alles daran, dass Straftaten erst gar nicht geschehen, damit Bürgerinnen und Bürger in Bayern sicherer leben als anderswo.